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Aspi­rin (ASS) und Throm­bose bei Hüft- und Knie OP

Was Sie wis­sen sollten:

Wenn bei Ih­nen eine Hüft- oder Knie­pro­these ge­plant ist, hö­ren Sie frü­her oder spä­ter das Wort Throm­bose. Und fast im­mer stellt sich da­bei die­selbe Frage:

Wel­che Rolle spielt Aspi­rin (ASS) vor und nach der Operation?

Tat­säch­lich gibt es zwei ver­schie­dene Si­tua­tio­nen, die man klar un­ter­schei­den sollte:

  1. Viele Men­schen neh­men ASS be­reits we­gen Herz- oder Ge­fäß­er­kran­kun­gen ein.
  2. In be­stimm­ten Fäl­len wird ASS auch nach ei­ner Ope­ra­tion ge­zielt als Throm­bo­se­pro­phy­laxe eingesetzt.

Diese Un­ter­schei­dung ist ent­schei­dend, weil sich die Emp­feh­lun­gen je­weils deut­lich unterscheiden.


ASS vor ei­ner Hüft-Knie­ope­ra­tion: Bitte nichts selbst verändern

Wenn Sie be­reits ASS ein­neh­men, gilt:
Set­zen Sie das Me­di­ka­ment nie ei­gen­stän­dig ab.

ASS wird oft we­gen Herz­pro­ble­men oder nach ei­nem Stent ver­schrie­ben. In die­sen Fäl­len kann ein un­kon­trol­lier­tes Ab­set­zen ge­fähr­lich sein. 

Gleich­zei­tig er­höht ASS das Blu­tungs­ri­siko wäh­rend der Ope­ra­tion – des­halb wird im­mer in­di­vi­du­ell ent­schie­den, ob Sie ASS wei­ter­neh­men, pau­sie­ren oder vor­über­ge­hend um­stel­len sollten.

In un­se­rer Or­di­na­tion be­spre­chen wir Ihre ak­tu­elle Me­di­ka­tion sorg­fäl­tig, und es wird an­schlie­ßend ent­schie­den, wel­ches Vor­ge­hen in Ih­rem Fall am bes­ten ge­eig­net ist.

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ASS nach der Ope­ra­tion: Reicht das als Thrombose-Schutz?

Nach ei­ner Hüft- oder Knie­pro­these be­steht ei­nige Wo­chen lang ein er­höh­tes Ri­siko für Throm­bo­sen. Hier kann ASS in be­stimm­ten Fäl­len eine pas­sende Op­tion sein – al­ler­dings nicht für alle.
 

  • Bei Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten ohne zu­sätz­li­ches Ri­siko (z. B. ohne frü­here Throm­bo­sen oder Tu­mor­er­kran­kun­gen) kann ASS aus­rei­chen und ein Fast-Track- oder Ra­pid-Re­co­very-Kon­zept mit frü­her Mo­bi­li­sa­tion an­ge­wen­det wird.
  • Wenn je­doch wei­tere Ri­si­ko­fak­to­ren be­stehen, ist meist eine stär­kere Blut­ver­dün­nung not­wen­dig.
    Wich­tig: Wel­che Me­di­ka­tion für Sie passt, ent­schei­det im­mer Ihre Ärz­tin oder Ihr Arzt – ab­ge­stimmt auf Ihre Si­tua­tion, Be­weg­lich­keit und mög­li­chen Begleiterkrankungen.

Was sonst noch zählt: Be­we­gung und Balance

Throm­bo­se­pro­phy­laxe be­deu­tet mehr als nur Me­di­ka­mente.
Ein zen­tra­ler Punkt ist frühe Be­we­gung: Je schnel­ler Sie nach der Ope­ra­tion wie­der ak­tiv wer­den, desto ge­rin­ger ist Ihr Risiko.

Zu­dem kommt es auf eine gute Ba­lance an zwischen

  • aus­rei­chen­dem Schutz vor Thrombose
  • und ei­nem mög­lichst ge­rin­gen Blutungsrisiko.

Manch­mal reicht ASS – manch­mal braucht es He­pa­rin oder an­dere mo­derne Wirk­stoffe. Ent­schei­dend ist im­mer Ihr per­sön­li­ches Risiko.


So läuft die Throm­bo­se­pro­phy­laxe zeit­lich ab bei ei­ner Hüft- oder Knie OP:
  • Vor der Ope­ra­tion: Alle Me­di­ka­mente wer­den über­prüft und bei Be­darf angepasst.
  • Nach der Ope­ra­tion: Früh mo­bi­li­sie­ren, Throm­bo­se­pro­phy­laxe beginnen.
  • In den ers­ten Ta­gen: Re­gel­mä­ßig be­we­gen und Me­di­ka­mente kon­se­quent einnehmen.
  • Nach ei­ner Knie OP oder Knie­pro­these: Meist etwa 2 Wo­chen Schutz nötig.
  • Nach ei­ner Hüft OP oder Hüft­prothese: In der Re­gel 4–5 Wochen.

Ty­pi­sche Miss­ver­ständ­nisse rund um ASS
  • „ASS ist harm­lo­ser als an­dere Blut­ver­dün­ner“ – stimmt nicht. ASS ist wirk­sam, aber nur in der rich­ti­gen Situation.
  • „ASS ist im­mer gleich ASS“ – eben­falls falsch.
    Es macht ei­nen gro­ßen Un­ter­schied, ob Sie ASS vor der Ope­ra­tion als Dau­er­me­di­ka­tion neh­men oder nach der Ope­ra­tion zur Thromboseprophylaxe.

Er­fah­rung macht den Unterschied

Ge­rade bei ei­ner Hüft- oder Knie­pro­these hängt der Be­hand­lungs­er­folg nicht nur von der Ope­ra­tion selbst ab, son­dern auch von der gu­ten Pla­nung da­vor und da­nach.

Wahlarztordination 18. Bezirk Wien ► Dr. Maximilian Kasparek

Dr. Ma­xi­mi­lian Kas­pa­rek ist auf Hüft- und Knie­pro­the­sen spe­zia­li­siert und legt gro­ßen Wert auf eine in­di­vi­du­ell ab­ge­stimmte Thromboseprophylaxe.

Sein An­satz:

  • Gründ­li­che Ana­lyse Ih­res per­sön­li­chen Risikos
  • Prä­zise Ab­stim­mung al­ler Medikamente
  • Struk­tu­rierte und si­chere Nachbehandlung

Denn be­son­ders beim Thema ASS zeigt sich: Er­fah­rung und sorg­fäl­tige Ab­wä­gung zählen.


Fa­zit: ASS kann sinn­voll sein – aber nicht immer

ASS spielt in­zwi­schen eine wich­tige Rolle in der Throm­bo­se­pro­phy­laxe nach Ge­lenk­er­satz.
Aber es ist keine Stan­dard­lö­sung für alle. Ent­schei­dend sind Ihr in­di­vi­du­el­les Ri­siko, die Art der Ope­ra­tion und die ge­samte Behandlung.


Häu­fige Fra­gen (FAQ)

Warum ist das Throm­bo­se­ri­siko nach Hüft­prothese oder Knie­pro­these er­höht?

Nach ei­ner Ope­ra­tion am Hüft- oder Knie­ge­lenk kommt es zu ei­ner vor­über­ge­hen­den „Alarm­re­ak­tion“ des Kör­pers: Das Blut ge­rinnt leich­ter, um Blu­tun­gen zu stop­pen, und gleich­zei­tig sind Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten an­fangs we­ni­ger mo­bil. Diese Kom­bi­na­tion aus Ope­ra­tion, ver­min­der­ter Be­we­gung und ver­än­der­ter Ge­rin­nung er­höht das Ri­siko für eine Throm­bose in den Bein­ve­nen, be­son­ders in den ers­ten Wo­chen nach dem Eingriff.

Wel­che Rolle spielt ASS (Aspi­rin) nach ei­ner Hüft­prothese oder Knie­pro­these?

ASS kann nach ei­ner Hüft- oder Knie­pro­these bei aus­ge­wähl­ten Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten als Blut­ver­dün­ner zur Vor­beu­gung von Throm­bo­sen ein­ge­setzt wer­den.
Die ak­tu­el­len Leit­li­nien er­lau­ben ASS aber nur, wenn kein er­höh­tes Throm­bo­se­ri­siko be­steht und ein mo­der­nes Be­hand­lungs­kon­zept mit sehr frü­her Mo­bi­li­sa­tion um­ge­setzt wird.

Ist ASS nach Hüft- oder Knie­pro­these Stan­dard zur Throm­bo­se­pro­phy­laxe?

ASS ist keine Stan­dard­lö­sung für alle, son­dern eine zu­sätz­li­che Op­tion.
Bei vie­len Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten – vor al­lem mit hö­he­rem Ri­siko – wer­den wei­ter­hin an­dere Blut­ver­dün­ner wie He­pa­rin oder mo­derne Ta­blet­ten (NOAKs) ein­ge­setzt, weil sie ei­nen stär­ke­ren Schutz bie­ten können.

Kann ASS He­pa­rin-Sprit­zen kom­plett er­set­zen?

In be­stimm­ten Si­tua­tio­nen kann ASS He­pa­rin-Sprit­zen er­set­zen, vor al­lem bei Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten ohne zu­sätz­li­che Ri­si­ko­fak­to­ren und mit gu­ter frü­her Mo­bi­li­sa­tion.
Bei hö­he­rem Ri­siko wird al­ler­dings häu­fig wei­ter­hin He­pa­rin oder ein an­de­rer star­ker Blut­ver­dün­ner empfohlen.

Wie lange brau­che ich Blut­ver­dün­ner nach Hüft­prothese oder Knie­pro­these?

Nach ei­ner Hüft­prothese wird eine Throm­bo­se­pro­phy­laxe in der Re­gel über etwa 4–5 Wo­chen emp­foh­len, weil das Throm­bo­se­ri­siko in die­sem Zeit­raum er­höht bleibt.
Nach ei­ner Knie­pro­these ist die Dauer meist et­was kür­zer und liegt häu­fig bei un­ge­fähr 2–3 Wo­chen; sie wird aber im­mer in­di­vi­du­ell nach Ope­ra­ti­ons­ver­lauf, Mo­bi­li­tät und per­sön­li­chem Ri­siko angepasst.

Ist ASS „harm­lo­ser“ als an­dere Blut­ver­dün­ner?

ASS wird oft als „leich­ter“ wahr­ge­nom­men, weil viele Men­schen es aus dem All­tag ken­nen, etwa als Kopf­schmerz­ta­blette.
Tat­säch­lich kann ASS aber – wie an­dere Blut­ver­dün­ner auch – Blu­tun­gen be­güns­ti­gen und sollte nur ein­ge­setzt wer­den, wenn es me­di­zi­nisch sinn­voll ist.

Was ist der Un­ter­schied zwi­schen ASS als Dau­er­me­di­ka­tion und ASS als Throm­bo­se­pro­phy­laxe?

ASS als Dau­er­me­di­ka­tion wird vor al­lem we­gen Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen wie Herz­in­farkt oder Sten­tim­plan­ta­tion ein­ge­setzt, um Blut­ge­rinn­sel in Herz­kranz­ge­fä­ßen zu ver­hin­dern.
ASS als Throm­bo­se­pro­phy­laxe nach Hüft- oder Knie­pro­these dient da­ge­gen dazu, Blut­ge­rinn­sel in den Bein­ve­nen zu ver­mei­den und ist zeit­lich be­grenzt – die Ziele und Rah­men­be­din­gun­gen un­ter­schei­den sich deutlich.

Warum darf ich ASS vor der Ope­ra­tion nicht selbst ab­set­zen?

Wenn ASS we­gen Herz- oder Ge­fäß­er­kran­kun­gen ver­schrie­ben wurde, schützt es vor ge­fähr­li­chen Ge­fäß­ver­schlüs­sen, etwa im Her­zen oder im Ge­hirn. Ein ei­gen­mäch­ti­ges Ab­set­zen kann die­ses Schutz­schild plötz­lich weg­neh­men und das Ri­siko für Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall er­hö­hen; des­halb muss im­mer ärzt­lich ent­schie­den wer­den, ob und wann eine Pause sinn­voll und si­cher ist.

Reicht Be­we­gung al­lein aus, um Throm­bo­sen nach Hüft- oder Knie­pro­these zu ver­hin­dern?

Frühe Mo­bi­li­sa­tion und re­gel­mä­ßige Be­we­gung sind ein ganz zen­tra­ler Bau­stein, um das Throm­bo­se­ri­siko nach Hüft- oder Knie­pro­these zu sen­ken.
Den­noch er­set­zen sie bei den meis­ten Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten nicht die me­di­ka­men­töse Throm­bo­se­pro­phy­laxe, son­dern er­gän­zen sie – bei­des zu­sam­men bie­tet ei­nen deut­lich bes­se­ren Schutz.

Wie wird ent­schie­den, ob bei mir ASS oder ein an­de­rer Blut­ver­dün­ner ein­ge­setzt wird?

Die Ent­schei­dung hängt von meh­re­ren Fak­to­ren ab: Art der Ope­ra­tion (Hüft­prothese oder Knie­pro­these), Ih­rem individuellen Throm­bo­se­ri­siko, even­tu­el­len Vor­er­kran­kun­gen, bis­he­ri­gen Throm­bo­sen und Ih­rem Blu­tungs­ri­siko. In Ih­rer Be­hand­lung wer­den diese Punkte im De­tail be­ur­teilt, und auf die­ser Grund­lage wird ärzt­lich fest­ge­legt, ob ASS ge­nügt oder ob ein stär­ke­rer Blut­ver­dün­ner wie He­pa­rin oder ein NOAK sinn­vol­ler ist.


Gut vor­be­rei­tet in Ihre Knie und Hüft Operation

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Wenn Ih­nen die­ser Ar­ti­kel ge­fal­len hat, könn­ten auch wei­tere Bei­träge aus un­se­rem Blog für Sie in­ter­es­sant sein.

Priv.Doz. DDr.
Maximilian Kasparek, MSc

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