Minimalivasive Hüftprothese | AMIS Hüftoperation 1180 Wien

Mo­bi­li­sie­rung nach Hüft­prothese: Tipps und Übun­gen nach der Hüftoperation

Nach der Im­plan­ta­tion ei­ner Hüft­prothese be­ginnt der schritt­weise Weg zu­rück in ei­nen ak­ti­ven All­tag. Eine frühe, kon­trol­lierte Mo­bi­li­sie­rung un­ter­stützt die Be­weg­lich­keit, ak­ti­viert die Mus­ku­la­tur und hilft da­bei, wie­der si­cher zu gehen.

Die ers­ten Übun­gen be­gin­nen häu­fig be­reits im Kran­ken­haus. Wie schnell und wie stark das ope­rierte Bein be­las­tet wer­den darf, hängt je­doch vom Ope­ra­ti­ons­ver­fah­ren, von der Ver­an­ke­rung der Pro­these, der Kno­chen­qua­li­tät und dem individuellen Hei­lungs­ver­lauf ab.

Wann be­ginnt die Mo­bi­li­sie­rung nach ei­ner Hüftprothesen-Operation?

Bei ei­nem plan­mä­ßi­gen Ver­lauf be­ginnt die Mo­bi­li­sie­rung meist be­reits am Tag der Ope­ra­tion oder am ers­ten Tag da­nach. Un­ter An­lei­tung ste­hen Pa­ti­en­ten erst­mals auf und ge­hen ei­nige Schritte mit ge­eig­ne­ten Gehhilfen.

Nach ei­ner mi­ni­mal­in­va­si­ven Hüft­ope­ra­tion ist häu­fig eine frühe Be­las­tung mög­lich. Das be­deu­tet al­ler­dings nicht, dass so­fort wie­der alle Be­we­gun­gen und Ak­ti­vi­tä­ten er­laubt sind. Wunde, Weich­teile, Mus­keln und Kno­chen be­nö­ti­gen Zeit zur Hei­lung. Auch Gleich­ge­wicht und Gang­bild müs­sen sich erst wie­der normalisieren.

  • si­cher auf­ste­hen und hinsetzen
  • kurze Stre­cken mit Geh­hil­fen zurücklegen
  • das ope­rierte Bein kon­trol­liert belasten
  • Stie­gen un­ter An­lei­tung bewältigen
  • grund­le­gende Übun­gen selbst­stän­dig ausführen
Warum ist frühe Be­we­gung nach der Hüft­ope­ra­tion wichtig?

Kon­trol­lierte Be­we­gung un­ter­stützt die Durch­blu­tung und wirkt ei­nem über­mä­ßi­gen Ver­lust von Mus­kel­kraft ent­ge­gen. Sie hilft au­ßer­dem, Be­we­gungs­ab­läufe wie­der ein­zu­üben und das Ver­trauen in das ope­rierte Bein zurückzugewinnen.

Da­bei kommt es nicht auf mög­lichst große Di­stan­zen oder eine schnelle Stei­ge­rung an. Wich­ti­ger sind re­gel­mä­ßige kurze Be­we­gungs­ein­hei­ten, ein si­che­res Gang­bild und aus­rei­chend Erholung.

Wich­tig:
Wer­den Schmer­zen wäh­rend oder nach ei­ner Übung deut­lich stär­ker, sollte die Be­las­tung re­du­ziert und bei an­hal­ten­den Be­schwer­den ärzt­li­cher oder phy­sio­the­ra­peu­ti­scher Rat ein­ge­holt werden.


Ge­hen nach der Hüft­prothese: Si­cher­heit vor Geschwindigkeit

Geh­hil­fen ge­ben in der ers­ten Phase Si­cher­heit und ent­las­ten das ope­rierte Bein, wenn dies er­for­der­lich ist. Wel­che Geh­hilfe ge­eig­net ist und wie lange sie ver­wen­det wer­den soll, wird in­di­vi­du­ell festgelegt.

  • Ge­hen Sie auf­recht und mit gleich­mä­ßi­gen Schritten.
  • Set­zen Sie den Fuß kon­trol­liert auf.
  • Ver­mei­den Sie has­tige Richtungswechsel.
  • Dre­hen Sie den ge­sam­ten Kör­per mit klei­nen Schrit­ten, statt den Ober­kör­per über dem fest­ste­hen­den Bein zu verdrehen.
  • Stei­gern Sie die Geh­stre­cke langsam.
  • Ver­wen­den Sie Geh­hil­fen, bis ein si­che­res Ge­hen ohne deut­li­ches Hin­ken mög­lich ist und die Frei­gabe er­folgt ist.

Ein zu frü­hes Weg­las­sen der Krü­cken kann ein un­güns­ti­ges Gang­bild för­dern. Ziel ist nicht, mög­lichst rasch ohne Hilfs­mit­tel aus­zu­kom­men, son­dern kon­trol­liert und mög­lichst sym­me­trisch zu gehen.


Übun­gen nach der Hüftoperation

Die fol­gen­den Übun­gen ge­hö­ren häu­fig zur frü­hen Re­ha­bi­li­ta­tion nach ei­ner Hüft­pro­the­sen-Ope­ra­tion. Sie sind als all­ge­meine Ori­en­tie­rung ge­dacht. Füh­ren Sie nur Übun­gen aus, die von Ih­rem Be­hand­lungs­team für Sie frei­ge­ge­ben wurden.

1. Fuß­pumpe

Be­we­gen Sie beide Füße im Lie­gen oder Sit­zen lang­sam im Sprung­ge­lenk nach oben und un­ten. Die Be­we­gung ak­ti­viert die Wa­den­mus­ku­la­tur und un­ter­stützt die Durchblutung.

2. Ober­schen­kel anspannen

Lie­gen Sie mit aus­ge­streck­ten Bei­nen auf dem Rü­cken. Zie­hen Sie die Ze­hen leicht zum Kör­per und drü­cken Sie die Knie­kehle vor­sich­tig in die Un­ter­lage. Hal­ten Sie die Span­nung kurz und lö­sen Sie sie langsam.

3. Ge­säß­mus­ku­la­tur aktivieren

Span­nen Sie im Lie­gen oder Sit­zen beide Ge­säß­hälf­ten gleich­zei­tig an. Hal­ten Sie die Span­nung kurz, ohne die Luft an­zu­hal­ten, und ent­span­nen Sie wieder.

Alt-Text: Sicheres Aufstehen nach einer Hüftoperation in drei Schritten mit stabilem Stuhl und Krücken.

Gra­fik 1: Drei Ba­sis­übun­gen für die frühe Mo­bi­li­sie­rung. Quelle im Bild: KI generiert.

Wei­tere Übun­gen un­ter Anleitung

Je nach Ein­griff und Hei­lungs­ver­lauf kön­nen spä­ter wei­tere Übun­gen hin­zu­kom­men, etwa das vor­sich­tige Her­an­zie­hen der Ferse, das seit­li­che Füh­ren des Bei­nes so­wie Übun­gen im Ste­hen. Be­we­gungs­um­fang, Wie­der­ho­lungs­zahl und In­ten­si­tät wer­den in­di­vi­du­ell angepasst.

Wie oft soll­ten die Übun­gen durch­ge­führt werden?

Häu­fig sind meh­rere kurze Übungs­ein­hei­ten über den Tag ver­teilt sinn­vol­ler als eine lange, an­stren­gende Ein­heit. Als Grund­re­gel gilt: Übun­gen sol­len for­dern, aber keine aus­ge­präg­ten oder län­ger an­hal­ten­den Schmer­zen ver­ur­sa­chen. Eine stär­kere Schwel­lung oder deut­li­che Be­schwer­de­zu­nahme kann dar­auf hin­wei­sen, dass die Be­las­tung zu rasch ge­stei­gert wurde.


Si­cher auf­ste­hen und hinsetzen

Ver­wen­den Sie an­fangs ei­nen sta­bi­len, aus­rei­chend ho­hen Ses­sel mit Arm­leh­nen. Rut­schen Sie zur Sitz­kante, stel­len Sie die Füße si­cher auf und stüt­zen Sie sich an den Arm­leh­nen ab. Ste­hen Sie kon­trol­liert auf und grei­fen Sie erst im si­che­ren Stand zu den Krü­cken. Beim Hin­set­zen ge­hen Sie in um­ge­kehr­ter Rei­hen­folge vor. Zie­hen Sie sich nicht an den Geh­hil­fen hoch.

Sicheres Aufstehen nach einer Hüftoperation in drei Schritten mit stabilem Stuhl und Krücken

Gra­fik 2: Auf­ste­hen und Hin­set­zen in kon­trol­lier­ten Schrit­ten. Quelle im Bild: KI generiert.


Stie­gen­tei­gen nach der Hüftoperation

Das Stie­gen­stei­gen wird üb­li­cher­weise be­reits im Kran­ken­haus mit der Phy­sio­the­ra­pie ge­übt. An­fangs er­folgt es Schritt für Schritt und mit Hand­lauf oder Gehhilfen.

  • Beim Hin­auf­ge­hen be­ginnt meist das nicht ope­rierte Bein.
  • Beim Hin­un­ter­ge­hen be­gin­nen meist die Geh­hilfe und das ope­rierte Bein.
  • Hal­ten Sie sich am Ge­län­der fest.
  • Las­sen Sie sich die Tech­nik vor der Ent­las­sung per­sön­lich zeigen.
Stiegensteigen mit Handlauf und Krücken nach einer Hüftprothesen-Operation

Gra­fik 2: Grund­prin­zip beim Stie­gen­stei­gen. Quelle im Bild: KI generiert.


Tipps für den All­tag nach der Hüftprothese
  • Ent­fer­nen Sie lose Tep­pi­che und an­dere Stolperfallen.
  • Sor­gen Sie für gute Be­leuch­tung, ins­be­son­dere nachts.
  • Tra­gen Sie sta­bile Schuhe mit rutsch­fes­ter Sohle.
  • Ver­mei­den Sie nied­rige und sehr wei­che Sitzgelegenheiten.
  • Tra­gen Sie beim Ge­hen mit Krü­cken keine Ge­gen­stände in den Händen.
  • Nut­zen Sie bei Be­darf ei­nen Ruck­sack oder eine kleine Umhängetasche.
  • Pla­nen Sie re­gel­mä­ßige Pau­sen ein.

Für das Ein­stei­gen ins Auto, das An­zie­hen von Schu­hen und Strümp­fen oder die Be­nut­zung von Du­sche und Toi­lette kön­nen vor­über­ge­hend Hilfs­mit­tel sinn­voll sein. Eine phy­sio­the­ra­peu­ti­sche oder er­go­the­ra­peu­ti­sche An­lei­tung er­leich­tert diese Abläufe.

Wel­che Be­we­gun­gen sind nach der Hüft­ope­ra­tion zu vermeiden?

Ob be­son­dere Be­we­gungs­re­geln not­wen­dig sind, hängt un­ter an­de­rem vom ope­ra­ti­ven Zu­gang, der Sta­bi­li­tät des Ge­lenks und dem individuellen Ri­siko ab. All­ge­meine Ver­bote für alle Pa­ti­en­ten sind da­her nicht sinnvoll.

In der frü­hen Hei­lungs­phase kann es not­wen­dig sein, ex­treme Hüft­beu­gung, ein Über­kreu­zen der Beine oder starke Dreh­be­we­gun­gen zu ver­mei­den. Wel­che Ein­schrän­kun­gen kon­kret für Sie gel­ten und wie lange sie ein­zu­hal­ten sind, sollte der Ope­ra­teur in­di­vi­du­ell festlegen.

„Die Mo­bi­li­sie­rung nach ei­ner Hüft­pro­the­sen-Ope­ra­tion folgt kei­nem star­ren Zeit­plan. Ent­schei­dend sind ein si­che­res Gang­bild, eine kon­trol­lierte Be­las­tungs­stei­ge­rung und Übun­gen, die zum Ein­griff und zum je­wei­li­gen Hei­lungs­ver­lauf pas­sen.“ – Priv.-Doz. DDr. Ma­xi­mi­lian Kas­pa­rek, MSc
Wie lange dau­ert die Re­ha­bi­li­ta­tion nach ei­ner Hüftprothese?

Viele Pa­ti­en­ten kön­nen be­reits in den ers­ten Ta­gen kurze Stre­cken mit Geh­hil­fen zu­rück­le­gen. In den fol­gen­den Wo­chen wer­den Geh­stre­cke, Kraft und Be­weg­lich­keit schritt­weise ver­bes­sert. Wann Krü­cken nicht mehr be­nö­tigt wer­den und wann Au­to­fah­ren, Be­ruf oder Sport wie­der mög­lich sind, lässt sich nicht pau­schal festlegen.

  • Ope­ra­ti­ons­ver­fah­ren und Art der Prothesenverankerung
  • Mus­kel­kraft und Be­weg­lich­keit vor der Operation
  • Kno­chen­qua­li­tät und Begleiterkrankungen
  • Wund­hei­lung und all­ge­mei­ner Heilungsverlauf
  • kör­per­li­che An­for­de­run­gen in Be­ruf und Alltag

Die voll­stän­dige funk­tio­nelle Er­ho­lung kann meh­rere Mo­nate dau­ern. Fort­schritte soll­ten des­halb nicht nur nach dem Ka­len­der, son­dern vor al­lem nach Be­we­gungs­qua­li­tät, Kraft und Si­cher­heit be­ur­teilt werden.

Wann sollte ärzt­li­cher Rat ein­ge­holt werden?

Eine ge­wisse Schwel­lung und Wund­schmer­zen kön­nen nach ei­ner Hüft­ope­ra­tion nor­mal sein. Fol­gende Be­schwer­den soll­ten je­doch zeit­nah me­di­zi­nisch ab­ge­klärt werden:

  • plötz­lich zu­neh­mende oder un­ge­wöhn­lich starke Schmerzen
  • aus­ge­prägte Rö­tung, Über­wär­mung oder Flüs­sig­keits­aus­tritt an der Wunde
  • Fie­ber oder deut­li­ches Krankheitsgefühl
  • neu auf­tre­tende starke Schwel­lung ei­nes Beines
  • Schmer­zen oder Druck­emp­find­lich­keit in der Wade
  • plötz­lich auf­tre­tende Atem­not oder Schmer­zen im Brustkorb
  • Sturz, auf­fäl­lige Fehl­stel­lung oder plötz­li­cher Ver­lust der Belastbarkeit

Akut:
Bei Atem­not oder star­ken Brust­schmer­zen ist un­ver­züg­lich me­di­zi­ni­sche Hilfe erforderlich.


In­di­vi­du­elle Be­glei­tung nach der Hüft­ope­ra­tion in Wien

Die Nach­be­hand­lung ist ein we­sent­li­cher Be­stand­teil ei­ner Hüft­pro­the­sen-Ope­ra­tion. In mei­ner Wahl­arz­tor­di­na­tion in Wien kon­trol­liere ich den Hei­lungs­ver­lauf und be­spre­che mit Ih­nen, wie Be­las­tung, Phy­sio­the­ra­pie und Rück­kehr in den All­tag in­di­vi­du­ell ge­stei­gert wer­den können.

Wenn Be­schwer­den an­hal­ten, Un­si­cher­heit über er­laubte Be­we­gun­gen be­steht oder Sie eine fach­ärzt­li­che Zweit­mei­nung wün­schen, ver­ein­ba­ren Sie ei­nen per­sön­li­chen Termin.


Häu­fige Fra­gen (FAQ)

Wie schnell darf man nach ei­ner Hüft­pro­the­sen-OP auf­ste­hen?

Bei ei­nem plan­mä­ßi­gen Ver­lauf er­folgt das erste Auf­ste­hen häu­fig be­reits am Ope­ra­ti­ons­tag oder am Tag da­nach. Es sollte un­ter pro­fes­sio­nel­ler An­lei­tung stattfinden.

Wann darf das ope­rierte Bein voll be­las­tet wer­den?

Nach ei­ner un­kom­pli­zier­ten Hüft­pro­the­sen-Ope­ra­tion darf das ope­rierte Bein in der Re­gel be­reits kurz nach der Ope­ra­tion voll be­las­tet wer­den – zu­nächst mit Krü­cken und un­ter phy­sio­the­ra­peu­ti­scher Anleitung.

„Voll­be­las­tung“ be­deu­tet da­bei nicht, dass so­fort ohne Geh­hil­fen ge­gan­gen wer­den soll.In be­stimm­ten Fäl­len kann vor­über­ge­hend nur eine Teil­be­las­tung er­laubt sein, etwa nach zu­sätz­li­chen Ein­grif­fen oder bei be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen des Kno­chens. Ent­schei­dend ist da­her die kon­krete Vor­gabe des Operateurs.

Wie lange braucht man nach ei­ner Hüft­prothese Krü­cken?

Geh­hil­fen soll­ten ver­wen­det wer­den, so­lange sie für Si­cher­heit und ein gu­tes Gang­bild er­for­der­lich sind. Die Re­duk­tion er­folgt schritt­weise und individuell.

Darf man nach der Hüft­ope­ra­tion spa­zie­ren ge­hen?

Kurze, kon­trol­lierte Geh­stre­cken sind ein wich­ti­ger Be­stand­teil der Mo­bi­li­sie­rung. Be­gin­nen Sie auf ebe­nem Un­ter­grund und stei­gern Sie Dauer und Ent­fer­nung langsam.

Sind Schmer­zen beim Üben nor­mal?

Ein leich­tes Zie­hen oder vor­über­ge­hende Mus­kel­er­mü­dung kann auf­tre­ten. Starke, ste­chende oder zu­neh­mende Schmer­zen sind ein Grund, die Übung ab­zu­bre­chen und Rück­spra­che zu halten.

Wel­che Übun­gen sind nach ei­ner Hüft­prothese am wich­tigs­ten?

Zu Be­ginn ste­hen meist Fuß­pumpe, die Ak­ti­vie­rung von Ober­schen­kel und Ge­säß so­wie si­che­res Auf­ste­hen, Ge­hen und Stiegensteigen.

Wann darf man nach ei­ner Hüft­prothese wie­der Sport trei­ben?

Der Wie­der­ein­stieg hängt von Sport­art, Trai­nings­zu­stand und Hei­lungs­ver­lauf ab. Die Frei­gabe sollte im Rah­men der Nach­kon­trolle erfolgen.


Wenn Ih­nen die­ser Ar­ti­kel ge­fal­len hat, könn­ten auch wei­tere Bei­träge aus un­se­rem Blog für Sie in­ter­es­sant sein.

Priv.Doz. DDr.
Maximilian Kasparek, MSc

haelsi Gesundheitszentrum
im Achtzehnten
Theresiengasse 46/2
1180 Wien